Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Mammographie

Grundlagen und Erklärung der Untersuchung


Krebserkrankungen der Brustdrüse stellen mit ca. 25 % die häufigsten bösartigen Tumorerkrankungen bei Frauen dar. Mit der Mammographie steht uns ein diagnostisches Verfahren zur Verfügung, welches vor allem zur Vorsorge und Frühdiagnostik von Tumoren der Brust angewandt wird.

Bei der Mammographie handelt es sich um eine spezielle Röntgenuntersuchung der Brustdrüse. Das Weichteilgewebe der Brust ( Drüsenkörper, Bindegewebe, Fettgewebe ) unterscheidet sich in seiner Dichte kaum, daher nutzt man für die Bildgebung weiche Röntgenstrahlen ( 25 - 35 kV ) um ein kontrastreiches Bild zu erhalten. Dazu werden spezielle Anoden aus Molybdän oder Rhodium verwendet, sowie passende Filter, um die Strahlung im benötigten Bereich zu erhalten. Wie beim herkömmlichen Röntgen, erfolgt auch hier eine Ablenkung der Strahlen im Gewebe. Diese Streustrahlen verringern den Kontrast in der Aufnahme und müssen daher über ein Gitter so niedrig wie möglich gehalten werden.

Für die Untersuchung wird die Brust nun zwischen Röntgenröhre und Filmtisch gebracht und mit Hilfe eines Plexiglaszylinders vorsichtig, für wenige Sekunden auf eine Dicke von ungefähr 4-6 cm komprimiert. Dieses Vorgehen wird von den Patientinnen häufig als unangenehm beschrieben, ist aber unumgänglich. Durch die Kompression werden Ungenauigkeiten durch Bewegungen vermieden, das Gewebe der Brust wird gleichmäßig verteilt und somit das Bild noch deutlicher sowie die Strahlenbelastung für die Patientin noch geringer, als sie es ohnehin schon ist ( Reduktion der Belastung auf die Hälfte, bei Kompression von 1 cm ).

Für jede Brust werden 2 Aufnahmen erstellt, dabei verläuft der Strahlengang von oben nach unten bzw. von innen schräg unten nach außen oben. Für jede Aufnahme muss die Brust dabei komprimiert werden. Bei besonderer Fragestellung sind noch zusätzliche Aufnahmen möglich.

Wann ist eine Mammographie notwendig?


Nach allgemeinen Empfehlungen sollte die erste Vorsorge-Mammographie um das 35. Lebensjahr erfolgen. Vom 40. bis zum 70. Lebensjahr wird dann im regelmäßigen Abstand von 2 Jahren eine Folgeuntersuchung empfohlen. Bestehen Risikofaktoren, die das Auftreten von Brustkrebs begünstigen ( bereits durchgemachter Brustkrebs, Brustkrebs der Mutter oder Schwester, Hormontherapie in den Wechseljahren ) sollten die Kontrollen jährlich erfolgen. Über dieses Screening-Verfahren ist es möglich Tumoren zu einem sehr frühen Zeitpunkt zu erfassen. Kleinste Veränderungen, z.B. Mikrokalk ( 0,1 mm ) können so dargestellt werden, die sich einer Tastuntersuchung der Brust entziehen würden. Die Mammographie wird aber auch als diagnostisches Mittel genutzt um auffällige Befunde der Brust wie Knoten, Hauteinziehungen, Einziehungen der Brustwarze, Sekretion und vergrößerte Lymphknoten in der Axilla abzuklären.

Wann sollte auf eine Mammographie verzichtet werden?


Aufgrund der Strahlenexposition sollte eine Mammographie vor dem 30. Lebensjahr nur bei dringendem Verdacht auf ein bösartiges Tumorgeschehen durchgeführt werden. Es bestehen jedoch keine absoluten Kontraindikationen gegen die Untersuchung.

Wie sicher ist das Untersuchungsergebnis?


Die Beschaffenheit des Drüsenkörpers und das unterschiedliche Tumorwachstum bedingen auch bei optimalen Untersuchungsbedingungen und bester Qualifikation des befundenden Arztes in ca. 10 % der Fälle falsch negative Ergebnisse, d.h. in 10% der Fälle wird eine Tumorerkrankung nicht diagnostiziert.

Leider treten auch falsch positive Ergebnisse auf, vor allem bei jungen Patientinnen wird häufiger irrtümlich die Diagnose Brustkrebs gestellt. Aus diesem Grund wird die Mammographie auch erst für Patientinnen die älter als 40 Jahre sind als Krebs-Screening empfohlen.

Können andere diagnostische Verfahren die Mammographie ersetzen?


Mit Hilfe der Mammographie werden unter anderem Mikroverkalkungen dargestellt, welche bei mehr als der Hälfte aller bösartigen Tumorerkrankungen der Brust auftreten und vor allem im Frühstadium zum Tumornachweis dienen. Diese können weder durch Ultraschalluntersuchungen noch mittels MRT erfasst werden. Als ergänzende Untersuchungen zur Mammographie können sie jedoch wegweisend sein.

Als Ausnahme hiervon sind Untersuchungen bei Frauen unter 30 Jahren aufgrund der Beschaffenheit des Drüsenkörpers zu sehen. Dieser ist noch sehr dicht, daher sollte eine Strahlenexposition möglichst vermieden werden und primär eine Ultraschalldiagnostik erfolgen.

Wie hoch ist die Strahlenexposition während der Untersuchung und kann durch sie Brustkrebs ausgelöst werden?


Die Strahlenexposition während der Untersuchung hängt von mehreren Faktoren, wie z.B. der technischen Anlage, dem Filmmaterial, der Kompressionsdicke ab. Die Strahlenexposition soll 5 mSv nicht überschreiten. Bei einwandfreier Durchführung liegt die Strahlenexposition bei 2mSv pro Untersuchung.

Schätzungen zufolge liegt das zusätzliche Risiko für Brustkrebs durch diese Strahlenexpoition zwischen etwa 0,015% und 0,045%. Dass heißt, bei regelmäßiger Mammographie ab dem 40. Lebensjahr pro 10.000 Frauen mit 1,5 bis 4,5 zusätzlichen Brustkrebserkrankungen und 1 bis 2 zusätzlichen Todesfällen durch Brustkrebs gerechnet werden müsste.

Vor allem das Brustgewebe junger Frauen ist besonders strahlenempfindlich, daher ist strahleninduzierter Brustkrebs bei jungen Frauen im Alter zwischen 20 und 30 annähernd doppelt so hoch wie bei Frauen zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr.

Letzte Änderung: 21.05.2019 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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