Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ultraschall

Ultraschall (Sonographie)

Wie funktioniert Ultraschall?

U1Die Verwendung von Ultraschall zur Untersuchung in der Medizin basiert grundlegend auf der Aussendung von Schallwellen und deren Wiedereintreffen nach Wechselwirkung (Streuung und Reflexion) im Gewebe. Reflexionen ergeben sich immer an Grenzflächen zwischen verschiedenen Geweben durch Impedanzänderung. Durch Bestimmung der Laufzeit zwischen Aussendung und Wiedereintreffen der Ultraschallwellen am Schallkopf kann die Tiefe im Gewebe bestimmt werden.

Durch Aneinanderreihung dieser Informationen können über Grauwertdarstellungen Bilder erzeugt werden. Als weiteres wichtiges Prinzip in der Ultraschalldiagnostik ist der Doppler-Effekt zu nennen (benannt nach Christian Doppler; 1842). Dieses Prinzip ist aus dem täglichen Alltag bekannt. Bewegt sich eine Schallquelle auf einen Empfänger zu oder entfernt sich von ihm so ändert sich die Frequenz der ausgesendeten Schallwellen analog zur Geschwindigkeit der Schallquelle. Im täglichen Leben lässt sich dieser Effekt am vorbeifahrenden Rettungswagen und Feuerwehrfahrzeug erklären: bewegt sich der Rettungswagen mit Martinshorn auf den Betrachter (Ohr als Empfänger) zu, so klingt die Tonart höher als wenn sich das Martinshorn entfernt. Durch diesen Effekt können in der Medizin Geschwindigkeiten von Blutströmungen bestimmt und somit Rückschlüsse auf Gefäßveränderungen und Einengungen gezogen werden. Durch die Verknüpfung verschiedener Techniken und Prinzipien durch moderne Ultraschallgeräte sind heutzutage hochspezialisierte Untersuchungen möglich.

Wie jede bildgebende Technik hat auch die Ultraschalldiagnostik sowohl eine Reihe von Vorteilen als auch Nachteile.

Vorteile und Nachteile der Ultraschalluntersuchung

Vorteile:

Nachteile:

Kontrastmittel

In vielen Anwendungsgebieten der Radiologie (z.B. CT, MRT, Angiographie) kommen häufig Kontrastmittel (KM) zur Anwendung. Die Anwendung dieser Kontrastmittel dient der Sicherheit der Diagnosestellung und ermöglicht zusätzliche Aussagen. Für die Ultraschalldiagnostik wurden ebenfalls Kontrastmittel entwickelt. Diese kommen jedoch nicht routinemäßig, sondern nur in sehr seltenen Fällen zur Anwendung. Ultraschallkontrastmittel bestehen ausnahmslos aus kleinsten Gasbläschen (2-12µm), die mit speziellen Gasen oder auch Luft gefüllt sind. Um diese Gasbläschen dem Körper zuführen zu können und die Wirkung über mehrerer Minuten zu erhalten sind diese Gasbläschen ummantelt (meist mit Zuckermolekülen). Der Sinn der Gasbläschen ist die Reflexion und Streuung der einfallenden Ultraschallwellen um hierdurch eine bessere Signalgebung zu erhalten. Bisherige Ultraschallkontrastmittel waren meist auf die Anwendung im rechten Herzen beschränkt weil sie aufgrund ihrer Größe in der Lungenstrombahn (kleiner Kreislauf) festgehalten wurden und nicht in der Körperkreislauf (großer Kreislauf) gelangten. Moderne Kontrastmittel weisen eine deutlich geringere Durchmesser auf und gelangen so auch in den großen Kreislauf und verbessern das Ultraschallsignal. Diese Ultraschallkontrastmittel befinden sich jedoch meist noch in klinischen Prüfungsphasen und kommen nicht in der routinemäßigen Ultraschalluntersuchung zur Anwendung.

Letzte Änderung: 20.04.2016 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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