Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Vertebroplastie

Was genau ist Osteoporose und welche Folgen kann sie haben?

V1Die Osteoporose (auch Knochenschwund genannt) ist eine Stoffwechselerkrankung des Knochens. Der Knochen verliert an Festigkeit, die Knochenmasse nimmt ab und die Struktur des Knochengewebes wird gestört. Dadurch wird der Knochen instabil und das Risiko für Knochenbrüche steigt. Diese ist besonders hoch an der Wirbelsäule. Etwa die Hälfte der Wirbelkörperbrüchen führt nach akut schmerzhaftem Ereignis zu einem chronischen Schmerzsyndrom. Mobilität und Selbstständigkeit im alltäglichen Leben sind gefährdet bzw. eingeschränkt.

Die bisherige konservative Therapie manifester Wirbelbrüche durch Bettruhe, Analgesie und anschließende Mobilisation mit Korsettversorgung ist nicht nur für die Patienten langwierig, belastend und schmerzhaft, sondern auch vielfach erfolglos im Hinblick auf die schmerzfreie Wiedererlangung der Aktivitäten des täglichen Lebens.

Was ist Vertebroplastie?

Bei einer Vertebroplastie wird Knochenzement mit Hilfe einer Hohlnadel direkt in einen zusammengebrochenen Wirbelkörper injiziert und so der geschädigte Wirbel stabilisiert ("interne Fixation"). Die Positionierung der Hohlnadeln sowie die Injektion des Knochenzements erfolgt durch Durchleuchtung. Der Eingriff kann unter lokaler Betäubung in milder Analgosedierung (intravenöse Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmedikamenten) durchgeführt werden, eine Vollnarkose ist nicht notwendig. Durch diese schonende Narkoseart beträgt der Klinikaufenthalt nach der Behandlung in der Regel nur einen Tag.

Die Vertebroplastie kann sinnvoll angewendet werden:

  • bei schmerzhafter, osteoporotischer Fraktur (Wirbelbruch) mit fehlender Besserung durch konservative Behandlung innerhalb von 3-6 Wochen
  • bei stabiler schmerzhafter traumatischer Fraktur mit fehlender Besserung durch konservative Behandlung innerhalb von 3-6 Wochen
  • bei schmerzhaften Osteolysen von malignen oder benignen Tumoren (Hämangiome, multiples Myelom, Metastase)
  • Die Erfolgsquote dieser Behandlungsmaßnahme ist sehr hoch. Bis zu 93% der Patienten mit osteoporotischen Wirbelkörperbrüchen berichten von einer kompletten bzw. deutlichen Beschwerdelinderung.
Gegenanzeigen:
  • Asymptomatische, stabile Wirbelkörperfraktur
  • Prophylaktische Vertebroplastie
  • Therapierefraktäre Koagulopathie oder hämorrhagische Diathese

Behandlungsablauf

Die Vertebroplastie wird aufgrund der Notwendigkeit der intravenösen Gabe von Schmerzmitteln und Sedativa sowie der Aushärtungszeit des Knochenzements unter stationären Bedingungen durchgeführt. Die Behandlung eines frakturierten Wirbelkörpers dauert circa 30-45 Minuten, prinzipiell können in einer Sitzung jedoch auch mehrere betroffene Wirbel behandelt werden. Der Eingriff wird aufgrund der örtlichen Betäubung sowie der verabreichten Medikamente sehr gut toleriert. Nachfolgend muss eine Bettruhe für die Zeit der Zementaushärtung eingehalten werden, wobei hierfür in der Regel ca. 1 Stunde ausreichend ist. Am Folgetag nach der Behandlung kann der Patient entlassen werden.

Nebenwirkungen:

Wie alle eingreifenden Behandlungsformen sind auch bei der Vertebroplastie Nebenwirkungen oder Komplikationen denkbar. Aufgrund der bildgestützten Behandlungsart ist eine Leckage oder Verschleppung von Knochenzement in benachbarte Strukturen jedoch sehr selten und selbst beim Auftreten eines Knochenzementaustritts verursacht dieser meistens keine Beschwerden. Weitere Komplikationen umfassen Infektionen, allergische oder hypertensive Reaktionen.

Kostenübernahme:

Die Abrechnung für die Vertebroplastie wird von den Krankenkassen getragen.

Kommt eine solche Therapie für mich in Frage?


Diese Frage sollte in Zusammenarbeit von Patient, zuweisendem Arzt und dem Radiologen vorab besprochen werden. Nach Klärung der Indikation kann dann ein Termin vereinbart werden. Eine Voranmeldung für die schnittbild-gesteuerten Eingriffe ist aus organisatorischen Gründen und aufgrund der ausführlichen Patientenaufklärung und Untersuchung zwingend erforderlich. Sollten auswärtige Röntgenaufnahmen der Wirbelsäule bereits erfolgt sein, so bitten wir diese unbedingt zum Behandlungstag mitzubringen. Ebenso wichtig sind für uns sämtliche Unterlagen zu bereits stattgehabten Behandlungen ihrer Wirbelsäulenbeschwerden.

Weitere Informationen können Sie über unser Info-Telefon: +49 (391) 67-13030 anfordern.
 

 

Letzte Änderung: 19.11.2018 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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