Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Minimalinvasive Behandlung von Tumoren mittels Radiofrequenzablation / RFA

Liebe Patienten!

An dieser Stelle möchten wir Sie über die minimal invasive Therapie von Tumoren mittels RFA informieren. Diese Therapie wird in der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin der Universitätsklinik Magdeburg angeboten.

Weitere Informationen können Sie über unser Info-Telefon: 0391 / 67 - 13030 anfordern.

 

Allgemeines:

Die Radiofrequenz-Ablation (Synonym RFA oder auch "Thermoablation") nutzt hochfrequenten elektrischen Strom, um Gewebe in einem definierten Gebiet zu erhitzen und damit zu zerstören. Die Applikation des Hochfrequenzstroms erfolgt über spezielle Sonden, die bildgestützt gezielt in Tumoren eingebracht werden. Die Platzierung der Sonden erfolgt unter computertomographischer, sonographischer oder auch MRT - Kontrolle. Ist die Punktionsnadel sicher in einem Zieltumor positioniert, kann die Läsion mittels Hochfrequenzstrom erhitzt und in einem Intervall von 15 bis 30 min zerstört werden.

Physikalisches Prinzip

Elektrischer Wechselstrom in sehr hohen Frequenzen wirkt sich nicht auf Herzrhythmus oder Muskulatur aus. Demgegenüber führt der schnelle Wechsel (450 - 700 kHz = 450 000 bis 700 000 mal je Sekunde) der Flussrichtung des Stromes zu einer Schwingung der geladenen Teilchen im Gewebe, die wiederum Hitze um den Applikator erzeugt. Über den elektrische Widerstand des Tumorgewebes oder direkt die Temperatur im Zielgebiet, gemessen über den Applikator, kann zuverlässig der Zeitpunkt der vollständigen Verödung des zu behandelnden Gewebes ermittelt werden.

Indikationen zur RFA

Die Radiofrequenzablation wird bei der Behandlung von nicht operablen Patienten mit Tumoren der Leber oder der Lunge angewandt. In der Leber zählen dazu sowohl lebereigene Tumoren wie das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) oder das Cholangiozelluläre Karzinom (CCC) als auch Lebermetastasen anderer Tumore.

In der Lunge werden ebenfalls sowohl primär in der Lunge entstandene Tumoren als auch Metastasen therapiert.

Außerhalb von Leber und Lunge ist weiterhin die Behandlung von Tumoren und Metastasen in Nieren, Nebennnieren, Lymphknoten und Knochen oder Wirbelsäule möglich.

Bei der Therapie gutartiger Tumore ist insbesondere die Radiofrequenzablation von Osteoidosteomen hervorzuheben.

Bei der Indikationsstellung zur RFA werden Anzahl Lokalisation und Größe der Tumore eingeschätzt. Bestimmte Werte sollten dabei nicht überschritten werden. Die Indikationsstellung wird nach intersiziplinärer Absprache mit behandelnden Onkologen, Chirurgen und Strahlentherapeuten gestellt.

Durchführung:

Wurde nach einem ausführlichen Aufklärungs- und Beratungsgespräch, Erfassung aller bisherigen Therapiedaten und der interdisziplinären Indikationsstellung die Möglichkeit einer Radiofrequenztherapie festgestellt werden die Patienten auf unsere Station (Station DR8b, Haus 60) in der Universitätsklinik der Universität Magdeburg aufgenommen.

Der eigentliche Eingriff erfolgt immer bildgeführt, meist CT - gestützt, alternativ ist auch eine sonographische oder MRT - Führung des Eingriffs möglich. Vorbereitend auf den Eingriff wird ein venöser Zugangsweg angelegt, um eine Gabe von Schmerz- und Beruhigungsmedikamenten vor und während dem Eingriff zu ermöglichen. Die Gabe erfolgt bereits vorbereitend als auch während des Eingriffs angepasst an eventuelle Beschwerden. Die Patienten werden unterdessen kontinuierlich mittels Blutdruck- Puls- und Sauerstoffkontrolle überwacht.

Eine Vollnarkose ist im Regelfall nicht notwendig, kann aber in bestimmten Situationen notwendig sein.

Nach Anfertigung von Planungsaufnahmen und der Festlegung des Zugangsweges erfolgt die Hautdesinfektion und sterile Abdeckung des Punktionsfeldes. Unter örtlicher Betäubung des Punktionsweges wird der Applikator im zu behandelnden Tumor positioniert und nach Überprüfung der korrekten Lage die Behandlung durchgeführt. Innerhalb eines Zeitraumes von etwa 25 min wird der Tumor dabei auf bis zu 100°C erhitzt und zerstört. Das abgetötete Gewebe wird in den nächsten Monaten von körpereigenen Zellen abgebaut.

Je nach Größe der Tumoren und Beschwerden der Patienten können innerhalb eines Eingriffs auch mehrere Tumoren abladiert werden.

Weiterer Verlauf:



Letzte Änderung: 19.11.2018 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
Anschrift

Universitätsklinikum Magdeburg A.ö.R.
Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin

Leipziger Str. 44

39120 Magdeburg

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