Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Durchleuchtung

Grundlagen und Erklärungen

Das Röntgenbild entspricht nur einer Momentaufnahme eines Teils des menschlichen Körpers. Bei bestimmten Erkrankungen ist es aber erforderlich komplette physiologische Abläufe, bildlich zu erfassen. Hier findet nun die Durchleuchtung ihren Einsatz.

Genau wie bei einer einfachen Röntgenaufnahme nutzt der Untersucher ionisierende Strahlen um verborgene Abläufe sichtbar zu machen. Im Gegensatz zum einfachen Röntgen wird die den Körper durchlaufende Strahlung jedoch nicht auf Filmkassetten projiziert, sondern über ein spezielles Bildverstärkersystem erfasst. Die Bildinformationen werden hier verarbeitet und können dann auf einem Monitor betrachtet und digital gespeichert werden.

Bei einer Vielzahl von Durchleuchtungsuntersuchungen muss dem Patienten ein Kontrastmittel verabreicht werden, da die Dichteunterschiede der Gewebe zu gering sind um ein auswertbares Bild zu erzeugen.

Die Durchleuchtung erfolgt nun entweder durch eine kontinuierliche Strahlung während der Dauer der ganzen Untersuchung oder durch gepulste Strahlung. Bei der letzten Variante ist es dem Radiologen möglich verschiedene Frequenzen zu wählen. Um zum Beispiel den Schluckakt darzustellen werden 4 Bilder pro Sekunde geschossen, untersucht man jedoch arterielle oder venöse Blutgefäße kann die Pulsfolge zwischen 8 bis 16 Bildern pro Sekunde variieren.

Ein weiterer Unterschied zum konventionellen Röntgen besteht in der in ihrer Position veränderbaren Untersuchungsanordnung. Der Röntgentisch und Röntgenröhre können frei im Raum bewegt werden, es können also Aufnahmen vom liegenden, stehenden oder sich in Kopftieflage befindenden Patienten angefertigt werden.

Welche Kontrastmittel werden verwendet?

In der Medizin unterscheidet man zwischen negativen Kontrastmitteln, welche die Absorption von Röntgenstrahlen vermindern und positiven, welche die Absorption erhöhen. Zu den negativen Kontrastmitteln gehören alle Gase, wie Luft oder Kohlendioxid. Ein positives Kontrastmittel ist zum Beispiel Bariumsulfat, ein nicht wasserlösliches Kontrastmittel. Es findet seine Anwendung vor allem in der Darstellung von Organen des Verdauungstrakts ( Schlund, Speiseröhre, Magen, Dünndarm, Dickdarm ). Bei Kontraindikationen gegen Bariumsulfat verwendet man wasserlösliche Kontrastmittel wie das Gastrografin.

Wasserlösliche Kontrastmittel kann man nochmals in ionische und nicht-ionische Kontrastmittel unterscheiden. Für Blutgefäßdarstellungen nutzt man nicht-ionische, wasserlösliche Kontrastmittel. Die Nutzung von Kontrastmitteln kann in einigen Fällen unerwünschte Reaktionen auslösen. Sie treten vor allem bei der Darstellung von Gefäßen aber auch bei Abbildungen des Verdauungstraktes auf, sind aber relativ selten. In ihrer Intensität fallen die Reaktionen sehr unterschiedlich aus.

Besondere Vorsicht ist bei Patienten mit einer Schilddrüsenüberfunktion oder einer Kontrastmittelallergie müssen für diese Untersuchung speziell vorbereitet werden.

Wann ist eine Durchleuchtung notwendig und welche Formen gibt es?

Kann eine Fragestellung nicht durch andere diagnostische Verfahren oder klinische Untersuchungen beantwortet werden, so findet die Durchleuchtung ihren Einsatz. Ösophagus-Breischluck

Magen-Darm-Passage

Duodenografie (weitgehend von Endoskopie ersetzt)

Enteroklysma

Kolonkontrasteinlauf

Fisteldarstellungen

Sialografie

Phlebografie

Lymphografie

Myelografie

Arthrografie

Letzte Änderung: 19.04.2016 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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